"[...] dieses Gesetz führt in der Tat zu einer widersinnigen Regelung, weil es unzureichend von zwingend greifenden Maßnahmen zur Schaffung von akademischen Juniorpositionen flankiert ist, d.h. Positionen, die Auskommen und Karrierepersepktive bieten [...].Die gegenwärtige Regelung führt seiner Meinung nach nicht zu einer Verbesserung der Position des wissenschaftlichen Nachwuchs, der Unabhängigkeit und Perspektive benötige. Die Lösung sieht Markus Dahlem in mehr akademischen Juniorpositionen. Von diesen ist an deutschen Universitäten bislang kaum etwas zu sehen:
Bevor jemand diese Regelung kritisiert, sollte er bedenken, dass wohl leider der wesentliche Grund, warum sie ins Leere läuft, gerade der ist, dass mit hoher Kreativität von Alternativen zur akademischen Juniorposition Gebrauch gemacht wird, um dieses Gesetz bewusst zu umgehen – ich kann die unredlichen davon gar nicht alle aufzählen, aber die Leser können es in den Kommentaren. Natürlich wird ein Gesetz, das umgangen werden kann, nicht zu der gewünschten Regelung des wissenschaftlichen Nachwuchses führen."
"Ich frage konkret: wie viel Prozent der akademischen Juniorpositionen, die als Anschub Drittmittel-finanziert wurden, sind heute verstetigt und werden aus dem Etat der Hochschule getragen? Der Druck für eine Reform verpufft, solange es günstigere Lösungen gibt."In seinem Fall war die günstigere Lösung eine Gastdozentur. Er fordert daher eine Strukturreform für die Karrierewege des wissenschaftlichen Nachwuchses:
"Es liegt weniger an der Rechtslage, denn dass nach 12 Jahren die Qualifikationsphase nicht mehr als Befristungsgrund gelten kann, ist selbsverständlich. Weniger selbstverständlich, aber mit einer föderalen Bildungspolitik gewollt, ist, dass die Strukturreform vor Ort geregelt werden muss.Um gegen die Missstände vorzugehen, hat Markus Dahlem bei Facebook eine Seite "25% akademische Juniorpositionen" ins Leben gerufen, auf der man sich zum Thema austauschen kann und weitere Initiativen koordiniert werden können.
Dem politischen Willen im Hochschulrahmengesetz müssen endlich Taten folgen. Da eine Strukturreform kostenneutral erfolgen muss, wird es nicht ohne Verlierer gehen. [...] Ein weiteres Stück der Verantwortung für die momentane Fehlentwicklung liegt sicher auch ganz vorne, in den Händen des Nachwuchses selbst. Als Wissenschaftler trage auch ich Verantwortung für die Redlichkeit des Systems, in dem ich Wissenschaft machen will."
Für den 19. Januar 2012 laden die stiftung neue verantwortung (snv) und bildungsrepublik.de zu einer Diskussionsveranstaltung in die Räume der snv in Berlin ein. Katja Urbatsch, Gründerin von ArbeiterKind.de, und Jörg Dräger, Mitglied des Vorstands der Bertelsmann Stiftung, diskutieren ab 19:00 Uhr die Thesen ihrer neu erschienenen Bücher.
Jörg Dräger hat in Hamburg und an der Cornell University Physik studiert. 1996 wurde er mit einer Arbeit zur Kristallographie in Cornell promoviert. Anschließend arbeitete er für die Unternehmensberatung Roland Berger und als Geschäftsführer des Northern Institute of Technology in Hamburg-Harburg. Von 2001 bis 2008 war er Wissenschaftssenator in Hamburg, von 2004 bis 2006 zusätzlich auch Gesundheitssenator. Seit Juli 2008 ist er Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung für den Bereich Bildung und zugleich Geschäftsführer des Centrums für Hochschulentwicklung.
Katja Urbatsch gründete 2008 das mittlerweile deutschlandweit bekannte Internetportal ArbeiterKind.de. Ziel dieser Plattform ist es, Schüler aus Familien ohne akademischen Hintergrund zum Studium zu motivieren und mit Informationen zu unterstützen. Nach ihrem Studium der Nordamerikastudien, Betriebswirtschaftslehre, Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universität Berlin und der Boston University promoviert sie derzeit mit einem Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung an der Justus-Liebig-Universität Gießen. 2009 wurde sie als Fellow in das Ashoka-Programm aufgenommen, das besonders vielversprechende social entrepreneurs fördert.
Moderator:
Sebastian Litta ist Fellow der stiftung neue verantwortung in Berlin. Nach Studium in Duke, Harvard und an der FU Berlin sowie Tätigkeiten in der Wirtschaft und als Referent im Präsidium der Leuphana Universität Lüneburg befasste er sich mit den Veränderungen des deutschen Hochschulsystems. Seit November 2011 leitet er zudem ein Projekt zur Veränderung von Führungsverhalten in Deutschland.
Anmeldungen werden in der stiftung neue verantwortung gerne entgegengenommen: Link zur Anmeldung.
Nähere Informationen zu den beiden Büchern finden sich hier:
Jörg Dräger: Dichter, Denker, Schulversager. Gute Schulen sind machbar - Wege aus der Bildungskrise. Mit einer politischen Gebrauchsanweisung von Klaus von Dohnanyi, München: DVA, 2011.
Katja Urbatsch: Ausgebremst: Warum das Recht auf Bildung nicht für alle gilt, München: Heyne, 2011
In der Berliner stiftung neue verantwortung diskutieren am 27. Oktober 2011 die ehemalige Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn (SPD), Sebastian Litta (stiftung neue verantwortung, Leiter des Projektteams ExzellenzCampus), Dr. Volker Meyer-Guckel vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und Prof. Dr. Hans Weiler, vormals Stanford University, über die Auswirkungen der Exzellenzinitiative auf die Zusammensetzung der Studierendenschaft an deutschen Universitäten. Die zentralen Ergebnisse des intersektoral und interdisziplinär zusammengesetzten Projektteams Exzellenzcampus, die als Grundlage der Diskussion dienen, sind als Policy Brief der stiftung neue verantwortung erschienen:
Sebastian Döring et al. (Oktober 2011): Wege aus der Exzellenzfalle - Ideen für eine aktive Hochschulpolitik, Berlin: stiftung neue verantwortung (PDF).
Details on EdX
Annotations:Tags: MOOC
MOOC business models
Annotations:Potential problem: copyright issues!
Annotations:Tags: MOOC
One interesting point here: Udacity is releasing it's materials under a CC license!
Annotations:Tags: MOOC
An account of a child taking an MooC
Tags: MOOC
Detailed account of the experience of taking Thrun's course
Annotations:Filip Wasilewski, a 30-year-old IT consultant in Lodz, Poland, experienced the same frustration. So he spent three nights coding a piece of software to fix the problem. Wasilewski’s solution, a JavaScript add-on to Google’s Chrome browser, fetched relevant Aiqus questions and displayed them on the AI course website, right beneath the corresponding video. I could scan discussion subject headings without clicking on another tab. More than 2,000 students installed the plug-in.
Tags: MOOC
Second NYT article about Thrun's Stanford Course
Annotations:248 students, none from Stanford, earned grades of 100 percent.
Tags: MOOC
First NYT article about Thrun's Stanford Course
Annotations:Tags: MOOC
Detailed analysis of the two players.
Annotations:Here's a more statistical answer to this. I hope this data is somewhat reliable, and sorry for putting in all those images, I hope you won't mind:
At the moment, both Udacity and Coursera have two classes running since February 20, so in fact it is possible to compare them on a somewhat equal level.
According to HQindex, Udacity has 47523 unique visits a days, while Coursera has 24298. Meaning Udacity attracts twice as many students per class. But one has to take into account maybe, that Coursera's Model Thinking class posted all videos for the first two weeks immediately, and there's has not been any new material in the second week. Thus, there has been a drop of traffic in the second week, as you can see on the graphs below (taken from Alexa):
Tags: MOOC
Imagine during the first weeks of the course asking students to go online to fill in a blank map of the world with what they have learned about what commodities were traded, who did the trading, where the main arrows of long-distance trade are traced, and the technologies and religious beliefs of merchants," said Adelman, the Walter Samuel Carpenter III Professor in Spanish Civilization and Culture. "The point is, what is posted is not just my lectures and my chosen readings, but the product of the students."
Tags: MOOC
The Center for 21st Century Universities (C21U) is Georgia Tech's living laboratory for fundamental change in higher education. Our mission is to foster and accelerate the innovation, validation, adoption and deployment of disruptive ideas-particularly those involving technology in the service of teaching and learning, industry wide.
Even if Udacity chooses to only charge five percent instead of twenty, and manages to get into employment 100 students out of 10.000 finishing a class (in the US, which will probably be their only market in the beginning), that would give them a turnover of about $350.000 per class, if we take a medium Applications Programmer Salary for example.